Wie die Stadt Slaný entstand ...
Als die Tschechen in ihre neue Heimat kamen, fanden sie hier fruchtbare Landschaft mit wildreichen Wäldern und Wasser voll von Fischen. Und langsam, wie sie das neue Milieu kennen lernten, entdeckten sie auch die Bodenschätze. Bereits die Fürstin Libuše prophezeite, dass sie genug Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn und Blei haben werden. Das alles hatte unser Land, nur eine für das Leben wichtige Sache fehlte ihm - und zwar Salz. Das mussten sie von fremden Kaufleuten kaufen.
Nach dem Fürsten Přemysl herrschte sein Sohn Nezamysl und unter seiner Herrschaft passierte eine seltsame Sache. Nezamysls Freund jagte gern in den Wäldern um Prag. Eines Tages machte er sich mit seinem Gefolge auf einen längeren Weg in nordwestliche Richtung. Es war ein schöner warmer Tag und in den Wäldern war es wunderschön. Plötzlich wurden sie durstig.
"Versucht eine Quelle zu finden, ich habe großen Durst, ich möchte etwas trinken," sagte Holot. Sie fanden einen Bach, aber eine reine entspringende Quelle konnten sie nicht finden.
"Dort gibt es einen Hügel, da könnte eine Quelle sein", machte einer vom Gefolge die anderen aufmerksam. Also gingen sie in diese Richtung. Sie kamen unter einen Hügel und fanden hier wirklich eine Quelle, die am Bergfuß entsprang. Sie saßen von den Pferden ab und tranken. Aber was war das? Das Wasser schmeckte so eigenartig… Sie sahen sich einander erstaunt an. Das Wasser ist salzig!!! Sehr salzig. Es ergriff sie große Freude. Eine solche Seltenheit! Alles, alles hat unser Land, sogar salziges Wasser.
Gleich am nächsten Tag meldete sich Holot beim Fürsten Nezamysl und erzählte ihm, was sie gestern zufällig entdeckten und wo. Das wäre wunderschön, unser eigenes Salz zu haben. Der Fürst freute sich sehr darüber und schickte seine Diener, das Wasser aus dieser Quelle auf die Burg zu bringen. Es war wirklich ziemlich salzig. Sie versuchten das Wasser zu verdampfen und im Gefäß blieb wirklich Salz.
Der Fürst Nezamysl hatte befohlen einige Leute aufzutreiben, die sich in der Umgebung der Quelle niederließen und begannen aus dem Wasser Salz zu erzeugen. Dieser wertvolle Fund blieb aber nicht lange geheim. Bald erfuhr davon der benachbarte eroberungssüchtige Stamm der Lučaner, die sich in der Nähe von Žatec niederließen. Von hier aus überfielen sie oft Randsiedlungen der Tschechen. Es passierte mehrmals, dass sie die Salzwerke plötzlich überfielen, ihre Häuser niederbrannten und das Salz wegnahmen.
Es kam sogar zu einem Kampf, in dem hundertfünfzig Männer aus diesem eroberungssüchtigen Stamm getötet wurden. Aber Lučaner ließen sich nicht abschrecken. Das Salz war zu wertvoll. Nächstes Jahr kamen sie zurück und diesmal hatten sie Glück. Sie beherrschten die Siedlung und setzten ihre eigenen Leute ein. Aber der Salzreichtum fing plötzlich an zu verschwinden. Es kamen schlimme Zeiten. Das Land litt an große Dürren, die Quellen versiegten und auch die Salzquelle wurde schwächer und das Salz begann zu verschwinden.
Ungefähr nach zwölf Jahren entdeckte Fürstin Kazis Enkel Kosál eine andere Salzquelle nicht weit von Bílina. Diese Quelle war noch reicher an Salz als die in Slaný und so setzte er die Salzwerke nach Bílina um. Aber auch dort war es nur von kurzer Dauer, der Salzgehalt wurde immer geringer, bis er völlig verschwand.
Der Siedlung, die an der Salzquelle entstand, blieb der Name Slaný (= salzig) und der Berg, aus dessen Fuß die Quelle entsprang, wurde „Slánská hora“ (Schlaner Berg) genannt.
So erzählt von dieser Geschichte Václav Hájek von Libočany und laut seiner Chronik wurde die wertvolle Quelle im Jahre 750 entdeckt. Wenn Sie nach Slaný kommen, sehen Sie sich die Quelle an. Sie finden sie in der Nezamyslova Straße.
Městský úřad Slaný, Velvarská 136, 274 01 Slaný, ústředna: 312 511 111, fax: 312 522 771
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