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10. Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný

Weißthurn – Hut – Tscheraditz – Klein-Paletsch – Stradonitz – Lisowitz - Wischinek – Groß-Paletsch - Perutz

TŘEBÍZ - WEIßTHURN
Die Anfänge des Dorfes und der hiesigen Feste sind urkundlich nicht belegt. Der Schwerpunkt der Sammlungen des Heimatkundemuseums in Třebíz liegt auf der Volksarchitektur der hiesigen Region. Im Museum werden alte Volksbaukunst, Wohnwesen und Landwirtschaft zu neuem Leben erweckt. Zu den bedeutsamsten Baudenkmälern gehört der Cifkův Bauernhof (Nr. 1), das Amt des Dorfrichters mit Schankrecht, mit Speicher, Keller, Pferdestall und weiteren Wirtschaftsgebäuden. Im Inneren des Hauses Nr. 4 blieb ein alter Kramladen erhalten. Die Knechtenhäuser Nr. 62 und 64 waren ursprünglich die Ausgedingehäuser von Bauernhöfen Nr. 10 und 11. Ihre Ausstattung entspricht dem Stand aus der Jahrhundertwende (19./20. Jh.). Im Garten des Hauses Nr. 10 finden wir die Fachwerkscheune aus Lehm, als Beleg des Baustils am Ende des 17. und im 18. Jahrhunderts. Auf dem Dorfplatz steht barocke St. Martinkapelle aus der Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Geburtshaus des Priesters und Schriftstellers Václav Beneš Třebízský (Nr. 19) bietet eine Dauerausstellung zu seinem Leben und Werk. In die Sandsteinfelsen oberhalb des Dorfes wurden die Keller abgeteuft. In den Felsen wurde ein die Pieta darstellendes Relief eingehauen. Auf dem Felsen steht das Denkmal für Václav Beneš Třebízský. Es stammt aus der Werkstatt von František Hergessel und František Procházka. Seine feierliche Enthüllung erfolgte am 14. August 1892. Wir folgen der Straße Nr. 237 Richtung Klobuky.

KLOBUKY - HUT
Das Dorf wurde im Jahr 1226 erstmals aufgeführt. Anfang des 14. Jahrhunderts ließen hiesige Wladiken unterhalb des Hügels die Feste mit Kirche oder einen Hof ausbauen. Die Ersterwähnung der Kirche und Pfarrschule geht auf das Jahr 1352 zurück. An ihrer Stelle wurde im Jahr 1729 die heutige St. Laurentiuskirche mit dominierendem Turm errichtet. Die Kirche ist vom Friedhof umschlossen. Die Gedenktafel an der Mauer der Kirche und des Pfarrhauses erinnert an den Priester und Schriftsteller Jindřich Šimon Baar, der in Klubuky in den Jahren 1899-1909 tätig war. Auf dem Friedhof finden wir die Gräber der bedeutsamen Familien Zap und Malypetr. Die Nischenkapelle stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Herrschaftsbrauerei stand hier schon zur Jahrhundertwende (16./17. Jh.). Im Jahr 1705 wurden vom Kapitel alle Brauereien in seiner Herrschaft aufgelöst. Der Betrieb der Brauerei in Klobuky wurde nicht aufgehalten. Im Jahr 1904 wurde die Brauerei an die Schwarzenberger verkauft und als Filiale der Brauerei in Louny (Laun) unterstellt. Im Jahr 1906 wurde eine neue Mälzerei errichtet. Sie produzierte Malz bis zum Jahr 1938. Bier wurde hier bis zum Jahr 1921 gebraut. Die alte Linde auf dem Brauereihof kommt auch im Werk von Svatopluk Čech vor. Er erlebte seine Kindheit und Studentenjahre in dieser Region. Sein Vater war Direktor der Verwaltung der Herrschaft in Vraný (Wrana). Die im Jahr 1871 gegründete und im Jahr 1872 fertig gebaute Zuckerfabrik war die einzige landwirtschaftliche Vereins-Zuckerfabrik in der Region. Die Sokol-Turnhalle in Klobuky wurde am 15. Juli 1923, anlässlich des Sokol-Treffens vom Sladkovský-Gau feierlich eröffnet. An demselben Tag wurde auch die Gedenktafel am Geburtshaus vom Sportlehrer und Mitgründer der tschechoslowakischen Körpererziehung Jan Malypetr (1815-1890) enthüllt. In demselben Haus lebten auch Karel Malypetr (1815 – 1880), der Jurist, Archäologe und erste Sokol-Vorturner in Prag und Jan Malypetr (1873 – 1947), der Minister und Präsident des Abgeordnetenhauses. Die neue Gedenktafel am Haus der Familie Malypetr wurde im August 2003 enthüllt. Oberhalb des Dorfes rechter Hand neben der Straße in der Richtung Telce steht ein alter Menhir „Kamennný muž“ (Steinerner Mann).

PÁLEČEK- KLEIN-PALETSCH
Der steinerne Glockenturm hatte ursprünglich drei Glocken. Es blieben nur zwei erhalten. Die größte Glocke Jakob stammt aus der Werkstatt des Prager Meisters Brikcí von Cimperk. Das spätbarocke Beinhaus wurde zusammen mit der Kirche Maria Heimsuchung in den Jahren 1776-1778 ausgebaut. Im Inneren des Beinhauses blieb die Freskomalerei erhalten. In den Gemäuern wurden bildlich die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt. Das barocke Beinhaus und seine Verzierung sind in dieser Region einzigartig.

STRADONICE - STRADONITZ
Die Ersterwähnung geht auf das Jahr 1318 zurück. Beim Bau der Straße von Slaný nach Budyně (Budin) wurden die Fragmente der bronzenen Armbänder und am Ort, der „Na Okrouhlíku“ genannt wird, ein heidnisches Urnenfeld freigelegt. Ein Denkmal der Volksarchitektur stellt die Mühle (Nr. 22) mit steinernem Mühlenhaus und weiteren Wirtschaftsgebäuden dar. Die barocke Statuengruppe der St. Peter und Paul stammt aus dem Jahr 1782. Am Ende des Dorfes in der Richtung Páleč (Paletsch) steht eine 230 cm hohe steinerne Passionssäule. Über Lisovice nehmen wir den Weg nach Vyšínek.

VYŠÍNEK - WISCHINEK
Das Dorf wurde im Jahr 1263 als Besitztum des höchsten Richters Čeč erstmals erwähnt. Damals verkaufte er, oder schenkte, das Dorf zusammen mit Drchkov (Derchkow) ans Prager Kapitel Allerheiligen auf der Prager Burg. Am Portal des Bauernhauses Nr. 5 ist das Wappen der Familie Kinsky angebracht. Das Kreuz auf dem Dorfplatz stammt aus dem Jahr 1855.

Panský dvůr ve Vyšínku - Herrendorf in Wischinek
Der Wirtschaftshof war der Herrschaft Zlonice (Slonitz) zugehörig. Im Jahr 1845 bestand diese Herrschaft aus 23 Herrenhöfen, die heute in der Umgebung der Gemeinde Zlonice die architektonisch hervorragenden Bauten darstellen. Der vierstöckige barocke Speicher mit benachbartem Stallgebäude und der Scheune wurden im Jahr 2003 unter Denkmalschutz gestellt. Das Eingangsportal des Speichers trägt das Wappen vom Grafen Filip Josef Kinský mit der Jahreszahl 1739. Erhalten blieb auch sein vierstöckiges Holzinterieur, ein Meisterwerk der Zimmerarbeit unserer Vorfahren. Seit dem Jahr 2001 hat hier seinen Sitz der Bürgerverein Aranka – Dvůr Vyšínek, der Erziehung-, Bildung- und Sportprogramme für Kinder und Jugendliche veranstaltet. Es ist hier auch ein Reitverein tätig.

PÁLEČ - PALETSCH
Das Dorf erscheint urkundlich erstmals im Jahr 1318. Am rechten Bachufer oberhalb des Dorfes ließen hiesige Wladiken eine Feste mit zylindrischem Turm ausbauen. Die Feste ging während des Dreißigjährigen Kriegs zugrunde. Das erneuerte barocke Kreuz auf dem Dorfplatz stammt aus dem Jahr 1712. Die einschiffige gotische Kirche Maria Geburt wurde schon in den Jahren 1333-1338 erwähnt. Auf der südlichen Seite des Portals finden wir das Wappen des Bischofs Johann IV. von Dražice. Auf dem Friedhof neben der Kirche steht ein Leichenhaus (Beinhaus). Über Vraný (Wrana) kommen wir nach Peruce. Linker Hand neben der Straße in der Richtung Peruce steht in den Feldern das Denkmal für das Drei-Kaiser-Treffen. Das Denkmal wurde anlässlich des 100. Jahrestags des Siegs über Napoleon im Jahr 1913 errichtet. Im Jahr 1813 fand in den Feldern zwischen Vraný und Peruc die Militärparade der alliierten Armeen von Russland (Alexander I.), Österreich (Franz. I.) und Preußen (Friedrich Wilhelm II.) statt.

PERUC - PERUTZ
Das Dorf wurde im Jahr 1170 erstmals erwähnt. Der Fund eines alten romanischen Verlieses oder Kerkers im nördlichen Schlossflügel bestätigt, dass hier schon im 12. oder 13. Jahrhundert eine Burg ausgebaut werden konnte. Die Burg stand an einer starken Quelle, die aus dem Verlies heraussprudelt und dem schon im Jahr 1401 erwähnten Božena Brunnen Wasser gibt. Nach alten Überlieferungen war Peruc der Schauplatz der Romanze des Fürsten Oldřich mit der Bauerntochter Božena, aus der sein Sohn Břetislav I. hervorging. Daran erinnert im Ort die Oldřich-Eiche und Božena-Quelle. Anstelle der Burg ließ Jetřich von Peruc im Jahr 1319 eine Feste ausbauen. Im 15. und 16. Jahrhundert wechselten sich weltliche Besitzer häufig ab. Die Familie von Ledebur ließ das hiesige Renaissanceschloss in den Jahren 1760-1770 im Rokokostil umbauen. Während der Okkupation und dann bis zum Jahr 1954 diente das Schloss als Depositorium der Leipziger Universitätsbibliothek. Im südlichen Schlossteil lebte und arbeitete der Maler Emil Fila. Nach seinem Tod wurde hier sein Gedenksaal errichtet. Der Skulpturenschmuck an der Stirnseite des Schlosses stammt aus der Werkstatt des Bildhauers Platzer. Unterhalb des nördlichen Schlossflügels befindet sich der Božena-Brunnen und neben der Straße nach Slavětín finden wir auch die hundertjährige Oldřich-Eiche. Die ursprünglich mittelalterliche St. Peter und Paulkirche wurde schon im Jahr 1384 als Pfarrkirche genannt. In den Jahren 1724-1725 wurde sie neu ausgebaut und im Jahr 1824 erfolgte ihre weitere Renovierung. In den Nischen auf beiden Seiten des Eingangs stehen die Statuen des Hl. Wenzel und des Hl. Johannes von Nepomuk. Über ihnen steht die Jesus-Statue mit St. Peter und Paul, Patronen der Kirche, auf seinen beiden Seiten. Der Giebel oberhalb des Eingangsportals trägt die Jahreszahl 1724, das Jahr der Vollendung des Kirchenbaus und die Namen der Kirchenstifter – Alexander Johann und Anna Elisabeth von Ledebur. Die Kirche zusammen mit Pfarrhaus, Dorfplatz und Schloss bildet einen einzigartigen barocken Komplex. Die Statue des Hl. Johannes von Nepomuk neben der Kirche stammt aus dem Jahr 1857 und wurde vom Bildhauer K. I. Platzer gehauen. Das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs auf dem Dorfplatz aus dem Jahr 1922 stammt aus der Werkstatt von E. Kodet.

Gesamtlänge: 22,5 km. Der Weg ist für Touristik und Radtouristik geeignet. Die Route führt über die Gemeinde- und Kreisstraßen. Von Peruc ist Slaný mit dem Zug erreichbar, oder können Sie die markierten Radwege nutzen.
Třebíz – Klobuky 3,4 km
Klobuky – Čeradice 1,5 km
Čeradice – Páleček 1,3 km
Páleček – Stradonice/Lisovice 3,7 km
Lisovice – Vyšínek 1,3 km
Vyšínek – Páleč 2,6 km
Páleč – Peruc 8,7 km

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