11. Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný
Schlan – Knobis – Schelenitz – Trebusitz – Hollaus – Brandeisel – Grillenau – Olschan - Schlan
Unsere Wanderung startet am Informationszentrum auf dem Masaryk-Platz (im Gebäude des ehemaligen Piaristenkollegs Nr. 159). Interessant ist das Gebäude des alten Rathauses Nr.3. Wir verlassen den Platz und gehen die Vinařický-Straße hinunter an dem Modletický-Haus und der St. Gotthardkirche vorbei. Am Kreisverkehr halten wir uns aufsteigend in Richtung Prag. Dann folgen wir der Straße Nr. 00724 Richtung Prag und an der Kreuzung biegen wir links auf die Straße Nr. 00712 ab.
KNOVÍZ - KNOBIS
Seine prähistorische Besiedlung belegen zahlreiche Funde, die verschiedene Zeitepochen repräsentieren – von der jüngeren Altsteinzeit und der Spätsteinzeit bis zur jüngeren Bronzezeit. Aus letzterer entwickelte sich die Knoviz-Kultur, die später in die Bylany-Kultur überging. Neben den Nutzgegenständen und Menschen- und Tierknochenfunden wurden auch vereinzelte Menschenknochen mit Schlagspuren freigelegt. Dies lässt auf rituellen Kannibalismus schließen. Die Ersterwähnung des Dorfs geht auf das Jahr 1088 zurück. Im Jahr 1305 schenkte König Wenzel II. das Dorf der privilegierten Königstadt Slaný. Die Kirche Allerheiligen diente schon im Jahr 1352 als Pfarrkirche. Die ursprünglich gotische Kirche wurde im 18. Jahrhundert um die Sakristei erweitert. Im Jahr 1846 erfolgte ihr Umbau. In den Jahren 1993-1994 und 2005 wurde sie renoviert.
ŽELENICE - SCHELENITZ
Die prähistorische und früh mittelalterliche Besiedlung ist durch umfangreiche archäologische Funde – vor allem einer Begräbnisstätte mit 105 Gräbern der Burgstätte-Kultur (aus 9. – 11. Jh.) - belegt. Das Dorf wurde in den Jahren 1227-1233 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1305 wurde das Dorf von König Wenzel II. der Königsstadt Slaný geschenkt. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde das Dorf ganz zerstört und entvölkert. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts wurde es aber wieder erneuert und besiedelt. Die ursprünglich romanische Kirche des „Hl. Jakobus des Älteren“ mit dem Schiff aus dem 12. Jahrhundert und dem Presbyterium aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil umgebaut. Ein weiterer Umbau erfolgte in 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Holzglockenturm mit einem steinernen Sockel stammt - laut Jahreszahlen auf seinen Glocken (1581 und 1613) - aus dem 16. Jahrhundert. Der Umbau des Glockenturms erfolgte im 18. Jahrhundert. Zu den wertvollen Denkmälern der Volksbaukunst gehören die Häuser Nr. 1, 2, 3, 5 und 6.
TŘEBUSICE - TREBUSITZ
Die archäologischen Funde belegen die prähistorische Besiedlung des Ortes. Sie zählen meistens zu den Funden von Želenice. Seit dem 13. Jahrhundert (1227) verblieb das Dorf im Besitz der Benediktinerinnen des St. Georgklosters auf der Prager Burg. Der Dreißigjährige Krieg verschonte das Dorf. Die Kapelle auf dem Dorfplatz mit aufgestocktem Glockenturm stammt aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts.
HOLOUSY - HOLLAUS
Das Dorf wurde zusammen mit Třebusice urkundlich erwähnt. Seit dem Jahr 1227 verblieb es im Besitz der Benediktinerinnen des St. Georgklosters auf der Prager Burg. Im 15. Jahrhundert verödete das Dorf und erst nach dem Dreißigjährigen Krieg im Jahr 1654 berichten uns die Quellen über sein weiteres Schicksal. Zur Jahrhundertwende (18./19. Jh.) gehörte das Dorf zur Gemeinde der verbundenen Ortschaften Brandýsek, Olšany, Holousy und Cvrčovice (Brandeisel, Olschan, Hollaus,Grillenau). Im Dorf dominiert die Ruine des ehemaligen Pflughofs des Kaisers Franz I. Wir folgen dem nach links aufsteigenden Weg zum Förderturm der ehemaligen Grube Michael.
BRANDÝSEK - BRANDEISEL
Das Dorf entstand durch Zusammenfügung der ursprünglich zwei Gemeinden – Brandýsek und Olšany. Die Hájeks Chronik datiert die Ersterwähnung des Dorfes schon auf das Jahr 975. Die ältesten Einträge zum Dorf Olšany in der Landtafel gehen auf das Jahr 1316 und zum Dorf Brandýsek auf das Jahr 1345 zurück. Die beiden Dörfer wurden von Zehnen Einwohnern bewohnt. Während des Dreißigjährigen Kriegs verödeten beide Dörfer. Erst durch Abbau der Kohle kamen sie wieder in Schwung. In der Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden die Gruben Michael und Layer und in ihrer Nachbarschaft wurde eine neue Bergmannsiedlung gegründet. Neben der Straße nach Knovíz steht rechter Hand eine Nischenkapelle, an die sich eine traurige Geschichte von einem Offizier der fremden Armee knüpft. Während des Kriegs erschoss er zwei Kinder und um diese Schuld zu tilgen und sühnen, ließ er hier die Kapelle ausbauen. Ursprünglich stand die Kapelle auf der anderen Seite der Straße. An die heutige Stelle wurde sie wegen des Autobahnbaues übertragen. Auf der Straße von Olšany in Richtung Kladno geraten wir nach etwa 700 m zum Wasserpark Čabárna. Hier endet unsere Wanderung. Von hier aus ist es nicht weit nach Kladno. Von Kladno ist Slaný mit dem Bus zu erreichen.
Der Naturwasserpark Čabárna
Der Naturwasserpark liegt am Teinitzer Bach (Týnecký potok). Ursprünglich wurden hier Grubenabfälle aufgehaldet. Die Teiche wurden später saniert und mit Fischen besetzt. An diese wundervolle Landschaft ist auch eine besonders reiche Land- und Wassertierwelt gebunden. Hierzu zählen unter anderem verschiedene Fischarten, Schildkröten, Nutrias, Frette und Füchse. Unweit des Parks in Richtung Brandýsek befindet sich die Tierrettungsstation AVES.
CVRČOVICE - GRILLENAU
In den alten Quellen lesen wir, dass das Dorf im Jahr 1070 von König Vratislav II. dem Vyšehrader Kollegiatkapitel geschenkt wurde. Später verblieb das Dorf im Besitz der Brevnover Benediktiner. Hiesige Grube Ferdinand wurde in den Jahren 1849-1852 ausgebaut und gehörte zu den größten Gruben Tschechiens. Im Jahr 1882 wurde sie an die Staatbahnen AG verkauft. In ihrer Nachbarschaft entstand die Bergmannsiedlung „Čabárna“. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kohle auch in den Gruben Antonín, Ludmila und Vítek abgebaut. Durch den Ort, der „Ferdinandka“ gennant wird, führt ein Radweg. Die Dorfkapelle stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Gesamtlänge: 24 km. Der Weg ist für Touristik und Radtouristik geeignet. Die Route führt über die Gemeinde- und Kreisstraßen.
Slaný – Knovíz 5,4 km
Knovíz – Želenice 1,7 km
Želenice – Třebusice 2,5 km
Třebusice – Holousy 2,8 km
Holousy – Brandýsek 0,5 km
Brandýsek – Cvrčovice 0,5 km
Cvrčovice – Olčany 0,3 km
Olšany – Slaný 10 km
Městský úřad Slaný, Velvarská 136, 274 01 Slaný, ústředna: 312 511 111, fax: 312 522 771
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