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3. Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný

Schlan – Herdliw – Trebichowitz – Sak – Nettowitz - Schlan

Die Route beginnt am Informationszentrum auf dem Masaryk-Platz (im Gebäude des ehemaligen Piaristenkollegs Nr. 159). Wir nehmen die Masnokrámská-Straße in Richtung Komenský-Platz und passieren die Fortenská- und Záfortenská Straße. Die Smečenská-Straße führt uns aus der Stadt hinaus bis zur Kreuzung Richtung Hrdlív. Hier können wir einen kleinen Abstecher zur Grabeskapelle machen.

BOŽÍ HROB – DAS GOTTESGRAB
Wir folgen dem aufsteigenden Teerweg gegenüber der Bushaltestelle Smečenská-Straße, zwischen den Gärten bis zum Kreuz. Dort biegen wir nach rechts ein und gelangen auf einen leicht aufsteigenden Waldweg, der direkt zur Kapelle führt. Die Grabeskapelle steht auf einer Anhöhe im südlichen Teil der Stadt. Die Kapelle wurde nach dem Vorbild des heiligen Grabes in Jerusalem vom Grafen Bernard Ignác von Martinic im Jahr 1665 nach seiner Heimkehr aus Jerusalem ausgebaut. Seit undenklichen Zeiten war die Grabeskirche in der Altstadt Jerusalems das Ziel der Pilger. Davon zeugen nicht nur alte Aufzeichnungen über ihre Reisen, sondern auch verschiedene künstlerische Gegenstände. Die Abbildung des Gottesgrabes begegnet uns auf Reliefen, Elfenbeinplatten oder Ampullen, in denen Pilger geweihtes Wasser oder Öl aus dem Heiligen Land mitbrachten.
Die Architektur erfuhr viel Änderungen, Zerstörungen und folgende Umgestaltungen. Die berühmte Gravierung von Erhard Reuwich aus dem Jahr 1483 stellt die Kapelle in ihrer frühmittelalterlichen Form dar. In diesem Zustand blieb sie bis zum Brand im Jahr 1808 erhalten, dann wurde sie niedergerissen und neu ausgebaut. Die Kapelle in Slaný hat einen polygonalen Kern und ihre Stirnseite ist durch eine Blendarkade gegliedert, die von Säulen verschiedener Art gestützt wird. Die Kuppel mit glockenförmigem Dach kopiert die polygonale Form der Kapelle. Wenn wir in den inneren Raum der sog. Engelskapelle eintreten, sehen wir auf dem Boden einen Quaderstein - ein Symbol des vom Grab weg gewälzten Steines. Auf der nördlichen Seite der Gruft befindet sich eine Steinplatte, auf der der tote Leib Jesu lag. Dieses Denkmal gilt als das älteste seiner Art in Tschechien. Es handelt sich um einen barocken Kirchenbau.

HRDLÍV - HERDLIW
Der Name des Dorfes Hrdlív (früher auch Hrdlejov, Hrdlov, Hrliw) erweckt einen Eindruck, dass er vom Wort Hrdlo (Kehle) abgeleitet werden könnte. Es geht die Sage um, dass im Wald zwischen Hrdlív und Smečno, an dem Ort, der Šibenice (Galgen) genannt wird, ein Richtplatz war, wo die Verurteilten enthauptet wurden. Der Historiker Dr. Rudolf Koller bestreitet diesen Zusammenhang mit dem peinlichen Recht des Dorfes Smečno. Der Ortsname scheint eher vom männlichen Namen Hrdlej oder Hrlej abgeleitet. Schriftlich erwähnt wurde das Dorf erstmals am 28. Juni 1316. So wurde auch sein Herrscher Michal von Hyrlew aufgeführt. Bis ins 15. Jahrhundert war Hrdlív zur Herrschaft Smečno (den Herren von Martinic, resp. von Clam-Martinic) zugehörig. Das heutige Gemeindewappen ist seinem Familienwappen entlehnt. Seit der Errichtung der Bezirkshauptmannschaft Schlan im 19. Jahrhundert war Hrdlív der benachbarten Gemeinde Třebichovice bis ins Jahr 1906 zugehörig. In Hrdlív wuchs eine seltene und interessante Sorte der wilden Rose mit gelben Blüten. Sie wurde in 50. Jahren des 19. Jahrhunderts im Dorf vom Historiker Dr. Rudolf Koller gefunden. Die Rose ist auch auf dem Gemeindewappen abgebildet. Der Gemeinde gelang es, die Tradition dieser wertvollen Pflanze zu erneuern. Im Jahr 2006, anlässlich des Gemeindefestes zum 100. Jahrestag der Selbstständigkeit und aus Anlass des 690. Jahrestags der erstmaligen Erwähnung des Ortsnamens Hrdlív, wurde diese Rose im Dorf wieder ausgepflanzt.
Im Dezember findet der traditionelle Wettbewerb um das beste Sauerkraut statt.

TŘEBICHOVICE – TREBICHOVITZ
Das Dorf Třebichovice liegt am Fuß des Winarschitzer Berges (Vinařická hora). Die erste schriftliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1324. Im Ort dominiert ein Schornstein, als Relikt der seinerzeit modernen runden Ziegelfabrik, die nach dem 1. Weltkrieg anstelle von fünf ursprünglichen Handziegeleien ausgebaut wurde. Sie war bis 1979 in Betrieb. Die verlassene Ziegelfabrik wurde auseinander genommen. Im Steinbruch am Winarschitzer Berg wurde Basalt gefördert und im hiesigen Kieswerk weiter bearbeitet. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Steinbruch außer Betrieb gesetzt. Auf dem Weg nach Slaný biegen wir in der ersten scharfen Kurve oberhalb des Dorfes nach rechts ein und folgen dem Weg Richtung Saky. Nach etwa 300 m gelangen wir rechter Hand zur Paninský Mühle. Gegenüber dem Weg zur Mühle im dichten Anfliegbestand stand eine Passionssäule. An die Mühle knüpft eine Sage „Von der Paninský Mühle“ an.

SAKY - SAK
Das Dorf wurde 1382 erstmals schriftlich erwähnt. Im Dorf steht die viereckige Barockkapelle mit dem Glockenturm aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Von dort aus schlagen wir den Weg über Pchery (Pecher), Jemníky (Jemnik) nach Netovice (Netowitz) ein.

NETOVICE - NETTOWITZ
Die archäologischen Funde aus dem 19. Jahrhundert weisen auf eine altertümliche Besiedlung im Bereich des Dorfes und seiner Umgebung hin. Die erste Nachricht über das Dorf stammt aus der Hälfte des 11. Jahrhunderts. Auf dem Weg nach Slaný in der Kurve an der Abbiegung zu den Gärten steht ein interessanter Sandstein. Angeblich handelt es sich um einen Sühnestein ohne Verzierung oder Inschrift.

Auf dem Plateau zwischen Slaný und Netovice können wir linker Hand den Flughafen Slaný mit dem Denkmal für die gefallenen amerikanischen Flieger besichtigen. Am 2. März 1945 starteten 1232 Bomber der 8. US-Luftflotte USA AF, begleitet von 774 Jagdflugzeugen. Sie nahmen den Kurs auf Deutschland, mit dem Ziel seine Treibstoffindustrie zu zerstören. Zur Abwehr starteten etwa 200 deutsche Flugzeuge des IX. Fliegerkorps. Der Luftkampf spielte sich über Sachsen und sporadisch auch über Böhmen ab. Am Samstag den 28. September 1996 fand die Enthüllung des Denkmals für acht gefallene amerikanische Flieger, die am 2. März 1945 über Slaný im Bomber B-17G Flying Fortress abgeschossen wurden, auf dem Flugplatz des Aeroklubs in Slaný statt. Von der Flugzeugbesatzung überlebte nur ein einziger.

SLANÝ - SCHLAN
Auf dem Weg zur Stadt meiden wir rechter Hand das Speedway-Stadion. Der Moto Club Slaný wurde am 1. 12. 1922 gegründet. Die Idee, in Slaný ein Speedway-Stadion zu errichten, geht auf die Jahre 1948-1949 zurück. Mit dem Rennen wurde am 13. 8. 1950 begonnen. Dieser Sport ist in Slaný hoch geachtet und seine Funktionäre waren immer sehr progressiv. Davon zeugt auch die Installation der künstlichen Beleuchtung im Stadion im Jahr 1954. Am 26. Mai fand das erste Rennen unter künstlicher Beleuchtung in der ehemaligen Tschechoslowakei statt. Mit dem Bau der Tribüne wurde im Jahr 1984 begonnen und im Jahr 1988 wurde sie fertig gebaut.
Hinter dem Bahnübergang sehen wir rechter Hand das Gebäude des alten Schlachthofs.

Palaba
Die bekannte Fabrik für elektrische Zellen und Batterien gehört zu den jüngeren Betrieben in der Stadt. Aber diese ursprünglich kleine Fabrik verzeichnete bald ein schnelles Wachstum. Ihrerzeit konnte man sie mit dem Wirtschaftswunder von Tomas Baťa vergleichen. Die derzeit moderne Fabrik wurde von Jaroslav Pála gegründet. Anfang Oktober 1925 wurde sie in Betrieb gesetzt. Das große Wachstum der Produktion überstieg alle Erwartungen und erforderte die Erweiterung des Betriebs, der weiter die Marke PALABA Slaný trug und bis 800 Arbeiter beschäftigte. Nach der Verstaatlichung im Jahre 1946 trug der Betrieb einen neuen Namen Bateria.
Zwischen den Häuserblöcken führt uns der Weg in die Prager Vorstadt, wo unser Spaziergang endet.

Gesamtlänge: 19,5 km. Der Weg ist für Touristik und Radtouristik geeignet. Die Route führt über die Gemeinde- und Kreisstraßen.
Slaný – Hrdlív 5 km
Hrdlív – Třebichovice 2 km
Třebichovice – Saky 2 km
Saky – Netovice 7 km
Netovice – Slaný 3,5 km

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