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4. Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný

Schlan – Bisen – Libowitz – Posden – Haselwald – Reschnitz - Serbetsch – Millai – Wacht – Trübwasser– Rentsch - Rohrbusch

Die Route startet vom Informationszentrum auf dem Masaryk-Platz (im Gebäude des ehemaligen Piaristenkollegs Nr. 159). Von hier aus nehmen wir den Weg durch die Hus- und Třebízský-Straße. Wir gehen die Straße Nr. 16 Richtung Řevničov und biegen nach rechts auf die Straße Nr. 23628 Richtung Byseň ein.

BYSEŇ - BISEN
Die archäologischen Funde oberhalb des Dorfes in der Richtung Lotouš (Lotaus) sind der altertümlichen Besiedlung zuzuweisen. Das Dorf wurde im Jahr 1316 erstmals schriftlich aufgeführt. Einziges Denkmal ist die Kapelle aus dem Jahr 1860. Die Fragmente der mittelalterlichen Feste blieben nicht erhalten.

LIBOVICE - LIBOWITZ
Die ersten Erwähnungen erfolgten in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde das Dorf zwischen hiesigen niedrigen Adligen geteilt. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde das Dorf der Herrschaft Smečno angegliedert. Bei der Ankunft in Byseň sehen wir ein steinernes Kreuz. Auf dem Dorfplatz steht die barocke Kapelle aus dem 18. Jahrhundert. Die Straße nach Jedomělice (Jedomielitz) führt durch ein Tal, das von Wäldern gesäumt wird. Kejkol, oder Na Kejkolu, wie der Waldbestand genannt wird, ist sehr beliebt bei Pilzsammlern. Über Jedomělice kommen wir nach Pozdeň. Die Gemeinden Pozdeň, Hřešice, Srbeč, Bdín (Posden, Reschnitz, Serbetsch Wacht) erstrecken sich im Tal, durch das der Serbetscher Bach (Srbečský potok) und von Hřešice (Reschnitz) der Posdener Bach (Pozdeňský potok) fließen. Die Dörfer sind von gemischten Wäldern umgeben.

POZDEŇ - POSDEN
Die Gemeinde Pozdeň wurde 1273 und 1296 erstmals schriftlich aufgeführt. Die Kirche St. Johannes Enthauptung wurde laut der Jahreszahl, die über dem Triumphbogen erhalten blieb, im Jahr 1289 ausgebaut. Sie wurde auf Veranlassung des Dorfbesitzers Plicht von Zierotin errichtet. Die barocke Umgestaltung der Kirche in die heutige Form erfolgte im Jahr 1858. Ihr Erbauer war Václav Štrajbl von Vraný (Wrana). Der Hauptaltar stammt aus dem Jahr 1772, aber bis ins Jahr 1879 hatte er seinen ursprünglichen Platz im St.-Veits-Dom in Prag. In der Innenausstattung der Kirche überwiegt der Rokokostil. Die Statue des Hl. Johannes von Nepomuk auf dem Dorfplatz stammt aus dem Jahr 1746.

LÍSKÝ - HASELWALD
Das Dorf wurde im Jahr 1300 erstmals erwähnt und die Ersterwähnung der Gemeinde reicht ins Jahr 1616 zurück. Der Ortsname scheint vom Wort „Hasel“ abgeleitet. Líský liegt am Fuß des Weißthurner Waldes (Třebízský les). Die Wälder blieben oberhalb der Ortschaft Milý erhalten und bilden den sog. „Bor“ (Kiefernwald). Ein interessanter Ort oberhalb des Dorfes ist der Waldbrunnen Královská (oder auch Královka - Königsbrunnen). Der Waldbrunnen ist in seiner Umgebung sehr bekannt, vor allem durch die Sage von der Königin Elisabeth Přemyslovna. Der Königin, die auf der Flucht vor ihrem Ehemann Johann von Luxemburg nach Bayern war, erschien ein alter Einsiedler. Sie vertraute ihm den Schlüssel von der böhmischen Krone an. Nach ihrer Heimkehr nach Böhmen tauchte der Schlüssel in Třebíz (Weißthurn) auf. Den Waldbrunnen finden wir im Birkenwald hinter dem Dorf Líský in der Richtung Bílichov (Bilichau). Er bietet Sicht ins kristallklare Wasser und man sitzt hier gemütlich. Seine Inschrift sagt: „Diese Quelle bleibt erhalten, solange die Tschechen in Tschechien leben.“

HŘEŠICE - RESCHNITZ (früher auch Řečice oder Řešice)
Das Dorf liegt auf dem Weg nach Srbeč. Es wurde im Jahr 1266 erstmals aufgeführt, weitere Nachricht datiert aus dem Jahr 1362. Im 14. Jahrhundert stand in Hřešice eine Feste, die mit dem Dorf Petřík von Hostivař (Hostiwar) erwarb. Im 15. Jahrhundert ging sie zugrunde. Ferdinand Velc führte an, dass zu der Feste auch eine Brauerei gehörte, deren Kellerruinen sich im Haus Nr. 12 befinden. Die Dorfkapelle und die Passionssäule bei der Ausfahrt aus dem Dorf in der Richtung Srbeč sind ohne die Jahreszahl. Hinter dem Dorf ist der Babický Teich. Die Dörfer Hřešice und Srbeč sind 3 km voneinander entfernt. Auf dieser Strecke kommen wir an weiteren Teichen vorbei – an Teichen Dubový und Spálený. Die Straße führt uns nach Srbeč.

SRBEČ -SERBETSCH
Das Dorf wurde im Jahr 1227 erstmals erwähnt. Die Kirche ist dem „Hl. Jakobus dem Älteren“ geweiht und ist hier seit dem Jahr 1350 bekannt. Dieser ursprünglich gotische Bau wurde in den Jahren 1877-1880 umgebaut. Der Kirchenturm stammt angeblich aus dem 16. Jahrhundert. In der Kirche finden wir zwei Grabsteine mit Wappen von Jetřich Reichl von Reich aus dem Jahre 1575 und von Adam Hruška von Březno (Priesen) aus dem Jahre 1581, die das Dorf, die Feste und umliegende Landgüter besaßen.
Von Srbeč können wir der Straße nach Mšec folgen. Oberhalb des Dorfes meiden wir die renovierte barocke Nischenkapelle. Nach 200 m von ihr biegen wir nach rechts ein und nehmen den aufsteigenden Weg zum Wallfahrtsort mit der Kirche Hlgst. Dreifaltigkeit. Ursprünglich handelte es sich um eine Kapelle, die schon am Ende des 16. Jahrhunderts schriftlich erwähnt wurde, als damals Matyáš Štampach von Štampach, Herr von Mšec bei ihr eine Klause für einen Einsiedelei ausbauen ließ. Um das Jahr 1700 wurde die Kapelle in eine Barockkirche umgestaltet. Ihr letzter Umbau erfolgte im Jahr 1896.

MILÝ - MILLAI
Milý entstand unter der Regierung des Königs Georg von Podiebrad. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1381. Der hiesige kleine Dorfplatz ist von Bauernhöfen umgeben. Sie wurden zum vorletzten Jahrhundertwechsel - also um 1900 ausgebaut. Besonders erhalten blieb der nördliche Teil des Dorfplatzes. Einige Häuser haben die ursprünglichen Fassaden. Außerordentlich komplex sind auch Relikte der Wirtschaftsgebäude, die auf fast allen Bauernhöfen erhalten blieben. Es handelt sich vor allem um Hopfendarren und Scheunen. Die jüngeren Häuser und Hütten stammen aus der ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Gestaltung des Dorfplatzes ist auch von hiesiger St. Michaelkapelle aus dem Jahre 1736 geprägt. Die Jahre 1854-1869 waren die Zeit der größten Bautätigkeit, dem entspricht auch die erhöhte Bewohnerzahl zu derselben Zeit. Mit dem Unterricht wurde in hiesiger Schule im Jahr 1869 im Haus Nr. 19 begonnen. Im Jahr 1908 erfolgte die Kollaudierung der neuen Schule, die zum Kultur- und Bildungszentrum des Dorfes wurde. Im Jahr 1917 begann der Kohlenabbau. Im Jahr 1924 wurde der Ortsname von Milé in Milá geändert.
Im Jahr 1961 musste die Schule geschlossen werden und die Kinder begannen die Schule in Mšec und Srbeč zu besuchen. Im Jahr 1990 wurde Milý eine selbstständige Gemeinde und damit unabhängig von Srbeč. Der Weg führt uns jetzt durch Bdín nach Kalivody.

KALIVODY- TRÜBWASSER
Im Dorf befindet sich ein Holzhaus aus dem 18. Jahrhundert. Auf dem Dorfplatz vor dem Haus Nr. 6 steht die Barockkapelle. Auf dem Weg zum Teich Poboř sehen wir ein steinernes Kreuz aus dem Jahr 1867. Westlich des Dorfes erstreckt sich die europäisch bedeutsame Lokalität Kalivody – ein Komplex von drei Teichen und Feuchtwiesen mit wertvoller Fauna.

ŘEVNIČOV - RENTSCH
Das Dorf liegt südwestlich von Slaný. Die Siedlungsfunde dokumentieren, dass seine Umgebung bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. Am 4. 11. 1325 erhielt das Dorf vom König Johann von Luxemburg seine Gründungsurkunde. Das Dorf entstand an der Kreuzung des berühmten Wegs nach Erfurt mit dem Weg von Dřevíč (Drewitz) nach Křivoklát (Pürglitz). Mitten im Dorf steht die St. Peter und Paulkirche, die schon im Jahr 1352 erwähnt wurde.
Im 18. Jahrhundert erfolgten der barocke Umbau und weitere Erweiterung der Kirche. Die Statue des Hl. Johannes von Nepomuk neben der Kirche stammt aus dem Jahr 1784. Am Teich vor der Kirche wurde die Annakapelle ausgebaut. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1830 zurück. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der Hügel Louštín (537 m. ü. m.), wo die Reste der mittelalterlichen Burg aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts gefunden wurden. Im Jahre 1506 wurde sie als verlassen aufgeführt. Von der Burg blieben nur Spuren von Wällen und Gräben erhalten. Ihr Stein wurde beim Bau des Max-Wildparks benutzt. Vom Hügel aus können wir eine herrliche Aussicht in die malerische Umgebung genießen und die Sagen erzählen, dass von der Eiche, die auf dem Gipfel stand, die Türme des Prager Hradschins sichtbar waren.

TŘTICE - ROHRBUSCH
Die Lage des Dorfes ist sehr interessant. Das Dorf kuschelt sich zwischen den Hügeln Kopanina, Žalý und Barbora, hinter dem Streifen der Teiche, die der Bach Kačák verbindet. Hier befindet sich auch das Torfmoor. Die älteste Besiedlung reicht bis in die Jungsteinzeit. Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes mit der Feste stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Jahr 1352 wurde das Dorf der Burg Křivoklát (Pürglitz) unterstellt. Die ursprünglich gotische Kirche war angeblich dem Heiligen Wenzel geweiht, worauf uns die Inschrift auf dem Stein hinter dem Presbyterium innerhalb der heutigen St. Nikolauskirche hinweißt. Im 2. Viertel des 18. Jahrhunderts erfolgte ein umfangreicher barocker Umbau der St. Nikolauskirche nach Entwurf des Architekten Fr. I. Prée. Der Bau ist einschiffig mit Tonnengewölbe und Lünetten. Das viereckige Presbyterium hat ein flaches Dach. In der Zwiebelkuppel der Kirche blieb nur eine einzige von den ursprünglichen vieren Glocken erhalten – die Glocke Hl. Dreifaltigkeit, die vom Meister Flemmik im Jahr 1607 in der Rakonitzer (in Rakovník) Glockenwerkstatt gegossen wurde. Das Denkmal für 27 gefallene Soldaten des 1. Weltkriegs wurde am 21. Mai 1923 neben der Linde der Freiheit enthüllt. Die Linde wurde am 3. November 1918 gepflanzt. Der Schöpfer des Denkmals war der Bildhauer Toupalík von Mšec (Kornhaus). Das Denkmal wurde später noch erweitert, und zwar um eine weiße Marmorplatte mit Namen der Gefallenen und Gemarterten des 2. Weltkriegs. Im Dorf wurde schon im Jahr 1776 unterrichtet. Die neue Schule wurde im Jahr 1826 (das Haus Nr.80) ausgebaut. Mit dem Bau der weiteren wurde während des 2. Weltkriegs begonnen und im September 1940 wurde sie geöffnet. Nachdem die Bevölkerungszahl zurückging, wurde die Schule im Jahr 1978 geschlossen. Das Schulgebäude (das Haus Nr. 80) wurde im Jahr 2002 zum Gemeindeamt umgestaltet.
Der Teich Bucek mit einer Fläche von 25,7 ha ist der zweite größte Teich in dieser Region. Sein Alter entspricht dem der Bäume, die ihn umgeben. Die Eichen auf dem Teichdamm sind mindestens 400 Jahre alt. An den Teich schließt sich die Kaskade von weiteren Teichen am Bach Kačák unterhalb der Wälder an. Der Ort ist für Zelten, Camping und Radtouristik geeignet.

Von hier aus nehmen wir den Weg nach Mšec (Kornhaus), das ein Bestandteil der Route Nr. 5 ist.

Gesamtlänge: 46 km. Der Weg ist für Touristik und Radtouristik geeignet. Die Route führt über die Gemeinde- und Kreisstraßen.
Slaný – Byseň 4 km
Byseň – Libovice 1,5 km
Libovice – Jedomělice 3,5 km
Jedomělice – Pozdeň 3,5 km
Pozdeň – Líský 2 km
Líský – Pozdeň 2 km
Pozdeň – Hřešice 1,5 km
Hřešice – Srbeč 3 km
Srbeč – Milý 2,5 km
Milý – Srbeč 2,5 km
Srbeč – Bdín 2,5 km

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